Mittwoch, 18. Juli 2012

Was einen bewegt, was einen abhält...

Teilweise kann ich (noch) Fleischesser verstehen. Bis vor kurzem war ich selbst einer.
Es war wirklich kein kurzer Zeitraum, in dem mir von meiner Freundin Fakten über Massentierhaltung, Ernährung und Umweltbeeinflussung vorgelegt wurden. Mir wurde ständig vor Augen geführt, wie schlecht es doch ist Fleisch zu essen und nicht auf Tierprodukte zu verzichten.

Und dennoch...man hat es verdrängt.
Es war einem irgendwie egal.
Man wollte einfach nichts ändern.

Sei es aus Bequemlichkeit oder aus Feigheit anderen Menschen gegenüber. Das spielt überhaupt keine Rolle.
Man wollte einfach von der ganzen Sache nichts wissen, bloß in nichts hineinkommen...
...doch irgendwann hat es einfach einen Schalter in meinem Hirn umgelegt.
Man hat sich eben so viele Gedanken um das Thema gemacht, dass einem einfach die Argumente gegen Veganismus/Vegetarismus ausgegangen sind.
Argumente, die von vornherein eigentlich gar keine gültigen Argumente sind.
Sobald man keine "Argumente" mehr hat, fällt man einen Entschluss, der ziemlich einschneidend wird im eigenen Leben. Jedenfalls ist das bei mir so gewesen.

Plötzlich denkt man über die ganze Thematik unvoreingenommen und sieht alles klar. Plötzlich lassen einen die verzweifelten Schreie der Tiere, in den ganzen Videos über Massentierhaltung, mehr als nur ein paar Minuten fassungslos vor dem Bildschirm sitzen.
Auf einmal wird einem auf längere Sicht beim Anblick von gehäuteten Tieren, die gequält darum betteln sterben zu dürfen, schlecht.
Was tun wir denn nicht nur den Tieren an, was tun wir auch unseren Mitmenschen an? Sind wir denn wirklich so egoistisch, dass es uns nicht interessiert wenn andere Menschen hungern, nur weil wir unbedingt Fleisch auf unserem Teller vorfinden möchten?

Ich kann mich all dem Leid einfach nicht länger verschließen. Ich möchte das Leid verringern.
Wir alle haben die Macht und die Fähigkeit dazu einmal ernsthaft darüber nachzudenken, ob es uns wirklich so wichtig ist unserem Körper und unserer (Um)welt so viel Schlechtes durch Fleisch und andere Tierprodukte zuzuführen.
Von dieser Macht sollten wir alle Gebrauch machen!

Kommentare:

  1. Hallo,

    ich freue mich sehr, dass es Deinen Blog gibt. :-)

    Es ist gut, dass Du Fleischesser (noch) verstehst. Denn Du wirst in nächster Zeit höchstwahrscheinlich Gespräche und Diskussionen erleben, in denen Deine Entscheidung in Frage gestellt werden wird. Und Du wirst merken, dass sich manche Fleischesser dadurch angegriffen fühlen, dass Du diese Entscheidung getroffen hast.

    Meines Erachtens hat das viel mit Verdrängung zu tun. Vielleicht kennst Du Melanie Joys Buch über Karnismus ("Why we love dogs, eat pigs and wear cows"). Dort erklärt sie das Phänomen aus sozialpsychologischer Sicht, was für mich recht plausibel klingt. Leider ist das Buch bisher nicht ins Deutsche übersetzt, aber hier gibt es eine Kurzdarstellung: http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/karnismus-die-psychologie-des-fleischkonsums.

    Ich bin gespannt, was Du davon hältst. Bei mir ist die Entscheidung zu lange her, als dass ich mich noch genau an meine Einstellung davor erinnern könnte.

    Alles Gute auf dem Veg!

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  2. Viel Erfolg! Und am leckeren Essen mangelt es ja nicht :) Viele Grüße Peter

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